Bilder von Martina van de Gey - Skulpturen von Sandra Silbernagel
Freitag, 2. Mai 2008 9:33
Am Sonntag, dem 27.04. eröffnete die G A L E R I E L I N D E R N ihre neue Ausstellung mit Arbeiten der Malerin Martina van de Gey und der Bildhauerin Sandra Silbernagel. Neben zahlreichen Kunstfreunden und den beiden Künstlerinnen konnte der Galerist auch die Kunsthistorikerin Dr. Irmtraud Rippel-Manß in der kleinsten Gemeinde des Landkreises willkommen heißen.
In ihrer Einführung in die Ausstellung setzte sich die Kunsthistorikerin intensiv mit den Arbeiten der beiden Künstlerinnen auseinander.
“Sandra Silbernagel lebt als freischaffende Bildhauerin in Münster. Kunst sieht sie als Beseelung des Stoffes.” Sie arbeitet mit den Materialien Papier/Bronze und Stein. “Für die moderne Bildhauerei ist eines der wichtigsten Themen das Material mit dem gearbeitet wird,” erläuterte Rippel-Manß. “Ihre Steine bearbeitet Sandra Silbernagel so, dass diese noch ihre Ausgangsform erkennen lassen. Die Bildhauerin geht dazu nicht in das Atelier, sondern fährt in die Natur, sogar oft in die Stille eines abgelegenen Steinbruchs in Südfrankreich. Die Künstlerin legt mit dem Flex tiefe Schnitte ein, die eine Grenzlinie vom Belassenen zum Gestalteten markieren. Durch Abtrag bildet sie dann innerhalb des Steins
geometrischen Formen, die scheinbar aus dem Steininnern wachsen. Diesen Formen gibt sie zusätzlich durch feinstes Schleifen einen völlig neuen Charakter. Die im Stein eingeschlossenen Spuren der Entstehung, Adern und Einschlüsse, scheinen auf, das reflektierende Licht gibt den geglätteten Flächen einen tiefen und geheimnisvollen Glanz!” “Ich spreche mit den Steinen,” sagt Sandra Silbernagel, als wäre dies das Selbstverständlichste. “Der Stein ist nicht mehr nur Material, er wird zum Medium”.
“In ihren neuen Bildern setzt sich Martina van de Gey mit den kulturellen Realitäten unserer Gegenwart auseinander. Sie lässt die Welt in die Bilder hinein,” unterstreicht die Kunsthistorikerin Dr. Rippel-Manß. Ihre Bilder wirken fast wie Meditationstafeln, die den Betrachter mit ihrer rauen, ungeschönten Farbigkeit anziehen. “Sie beeinflußt die Konsistenz der Farbe selbst, sie sorgt dafür, dass sie durch Pigmente grob, ja klumpig bleibt. Die Farbschicht ist entsprechend wenig elastisch, reißt auf und schafft für uns Anmutung von Verwitterung, von Vergangenheit und Vergänglichkeit.” Es fallen immer wieder Zitate auf, die die Künstlerin in ihre Arbeiten eingearbeitet hat. “Dabei spielen handgeschriebene Texte eine große Rolle. Die Künstlerin zeichnet z.B. die Kontur von Figuren mit einer fortlaufenden Wortlinie, sie webt ihre Körper flächig aus fortlaufendem Text, als habe sie aus einem Brief einfach eine Figur ausgeschnitten und auf Leinwand gebracht. Der Betrachter fühlt sich in einen Dialog gezogen. “Die comicartigen Inseln, hier eine Zeichnung, dort ein collageartiges Bild, transparent, als Bild im Bild, dienen als Transportmittel zwischen den Zeiten und Kulturen und bieten dem Betrachter immer wieder neue Ansätze, lassen ihn immer wieder Neues entdecken. “Vor diesem Hintergrund entpuppen sich diese ästhetischen Bilder als hochaktuelle Kommentare zur Zeit,” so Dr. Irmtraud Rippel-Manß.
Die spannende Ausstellung ist bis zum 25. Mai jeweils mittwochs, donnerstags und an Sonn- und Feiertagen von 15.00 - 18.00 Uhr geöffnet. Andere Zeiten können jederzeit auch telefonisch unter 05957/1619 vereinbart werden.
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