Wege entdecken und erleben
Ein Höhepunkt des kulturellen Lebens im Südoldenburgischen Raum versprechen die VII. Linderner Kulturwochen zu werden. Über einen Zeitraum von vier Wochen wird Lindern, die kleinste Gemeinde des Landkreises Cloppenburg, zu einem internationalen Kunst – und Kulturzentrum.
Beginnen wird die umfangreiche Schau am 15. Juni, um 18.00 Uhr mit der Eröffnung von drei Ausstellungen:
[inspic=4,right,fullscreen,150]Im Linderner Rathaus stellt die Oldenburger Künstlerin Astrid. M. Hübbe Bilder aus. Das Ausstellungsthema wird von Astrid Hübbe zweigeteilt: Mit dem Thema Landschaft begibt sie sich in eine komplexe Tradition, die aus unserem kulturellen Selbstverständnis nicht wegzudenken ist. Der Fernsicht auf Landschaft stellt sie die Nahsicht auf den Menschen gegenüber.
Ein weiterer Schwerpunkt der VII. Linderner Kulturwochen wird die Ausstellung von Skulpturen des polnischen Bildhauers Antoni Rzasa (*1919 † 1980) in der Kath. Kirche St. Katharina sein. [inspic=6,right,fullscreen,125]Rzasa zählt zu den bedeutendsten Bildhauern Polens, seine Werke wurden international ausgestellt. 17 beeindruckende Arbeiten erzählen über „das Schicksal des Menschen von der Geburt bis zum Tod“. Jesus wird als Mensch in seinen Gemütszuständen dargestellt, die Pietas von Rzasa sind Mütter, einfache Frauen, die über den Verlust ihres Sohnes trauern.
Aus der Kirche St. Katharina führt der Weg weiter in die Galerie Lindern. Hier stellt die aus Friesoythe stammende, in Münster lebende und arbeitende Künstlerin Julia Siegmund aus. Schwerpunkt dieser Ausstellung sind zwei Installationen, eine 15teilige Gruppe von Leuchtkästen mit dem Titel „Gras, das steigt“ und eine zweite mit dem Titel Rapunzel“.
[inspic=7,left,fullscreen,150]Julia Siegmunds Bilder sind sensible Kompositionen von großer Spannung und einem hohen Grad an poetischer Verzauberung, der sie zuweilen Traumbildern ähnlich macht.(Prof. Dr. Bernd Küster)
Auf dem Weg durch die drei Ausstellungen führt und begleitet die Gäste Herr Prof. Dr. Bernd Küster, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Oldenburg.
Einer der wesentlichen Schwerpunkte der diesjährigen Veranstaltungsreihe ist das internationale Bildhauersymposium mit vier Bildhauern, das schon am 30. Juni beginnt.
Über eine Ausschreibung , bei der sich über hundert Bildhauer aus aller Welt bewarben, ermittelte eine Jury vier Bildhauer, die bis zum 15. Juli auf einem Platz zwischen Rathaus und Schule arbeiten werden.
Veronica Fonzo ( Argentinien) lebt und arbeitet in Pietra Santa in Italien und wird aus einem Sandsteinblock eine grazile, die Welt betrachtende Mädchenfigur herausarbeiten.
[inspic=8,right,fullscreen,125]Auch die Polin Dominca Griesgraber hat sich dem harten Material Stein verschrieben. Sie lebt und arbeitet in Warschau und ist schon auf vielen Symposien vertreten gewesen. Sie erforscht das Wechselspiel von Begriffen, Ideen, Material und Formen und ist in ihren Arbeiten frei von Schemata oder Konventionen.
Ganz anders der österreichische Bildhauer Peter Weber. Sein Material ist das Holz – großformatiges Holz, Baumstämme. Schon bei der Phase des Entrindens eines Stammes entsteht die eigentliche spätere Skulptur. „Durch das dabei nötige Drehen und Wenden des Stammes erforsche ich und begreife ich mit meinen Händen gleichsam die Struktur, die Oberfläche, bemerke spezifische Besonderheiten, eine Ahnung der späteren Skulptur entsteht“, so der Künstler.
Der vierte Künstler des Symposiums ist der in Berlin lebende und arbeitende Maler und Bildhauer Peter Lindenberg. [inspic=9,left,fullscreen,125]Er plant eine ca. fünf Meter hohe Metallskulptur aus mehreren Teilen, die er „Kapuzinerkresse“ nennt. Die einzelnen künstlichen Pflanzen spielen dabei auf zwischenmenschliche Beziehungen an, spiegeln Dialoge und Charaktere in angedeuteter Form wieder und lassen in der Gruppe Individuen erkennen und hervortreten.
Die offizielle Eröffnung der eigentlichen Woche findet dann am Freitag, dem 6. Juli um 18.00 im Forum der GHRS Lindern statt. Für eine Woche wird die Schule dann zur Galerie, in der neben den Arbeiten der Schüler aller Schulformen auch Werke von Linderner Künstlern und weiteren Künstlern aus der Region ausgestellt werden. In einer vorangegangenen Projektwoche bereitet sich die Schule auf die Kulturwoche vor. Schon seit Beginn des zweiten Halbjahres wird für ein von Lehrern und Schülern geschriebenes Theaterstück mit dem Titel „Romeo und Julia oder Auf Umwegen ins Glück“ geprobt. Schon in den vorangegangenen Kulturwochen waren ähnliche Inszenierungen der Schule immer ein Höhepunkt der Woche.
Die fachlich kompetente Einführung am Abend der Eröffnung hält Dr. Martin Feltes, Kunsthistoriker. Eröffnet wird der Abend durch den ehemaligen Bürgermeister der freien Hansestadt Bremen, Henning Scherf.
